Fotografie / Video

ring 3

| VIDEO | NSTALLATION MENSCHENLEER | 14 MIN. LOOP | HOLZBOX 97 x 59 x 17 CM | APRIL  2013 |

In Menschenleer steht ein Objekt im Zentrum, das den Titel Gerippe (Boot) trägt und die Form eines hölzernen Rettungsbootes aus dem frühen 20. Jahrhundert zitiert. Die Querbalken der Bänke sind derart eng aneinander angebracht, dass niemand mehr auf ihnen Platz nehmen kann. Sie formieren sich zu einem sauberen Raster, das hier und da Schlitze preisgibt.

Der Bug weist in Richtung Wand. Hier hängen 18 mit Papierzellstoff bearbeitete Leinwände „Ohne Titel (Wind)“. Ihre symmetrische Anordnung erzeugt eine fiebernde Spannung mit dem Boot. Wo eigentlich ein romantisierender Hoffnungsschimmer oder eine Klärung der Lage am Horizont zu erwarten wären, ergießt sich bis auf einige Strukturen absolute Leere über den Leinwänden. Die weißen Bilder üben eine ruhige, tröstliche Faszination aus und haben die Vergegenwärtigung des Scheiterns von Caspar David Friedrichs Eismeer hinter sich gelassen.

Untermalt wird die Szenerie von einem Rauschen, dessen Quelle die Videoinstallation Ring 3 ist. Im Dauerloop wird eine schaumige und fast schon schleimig anmutende Gischt an Wellenkämmen präsentiert, die gefräßig den Strand umspülen. Durch den veränderten Klang des Meeres erhält das Naturschauspiel einen irritierenden Beigeschmack, da die Einheit von Gesehenem und Gehörtem gesprengt wird.

 

timber la ruine

INSTALLATION (RAUM / SOUND / VIDEO ) | GIPS / HOLZ / ASCHE / FERNSEHER / ZEMENT |
| JULI 2014 |  AUGUST 2010 |

Ein abstrahierter Baumstamm (9 x 5 x 3 Meter) bricht durch den Boden und erstreckt sich mittig über den größten Teil des abgedunkelten Raums. Der zerbrochene, scheinbar gänzlich abgestorbene Stamm ist Klangkörper einer ruhigen repetitiven Soundinstallation. Aus seinen abgebrochenen Ästen wuchern Kabel. Dieses, wie Adern anmutende, Gewirr aus meist gekappten, abgerissenen elektri- schen Leitern verbindet den Stamm stellenweise mit Objekten die formal an übergroße Sirenen oder Megafone erinnern.
In diese insgesamt acht Objekte (je 0,5 x 0,5 x 0,5 Meter) sind Bildschirme integriert auf denen ein Video zu sehen ist. Sie erhellen den Raum, füllen ihn mit „bewegtem Licht“ und beschallen ihn mit einer „Surround-Soundinstallation“. Licht- und Soundelemente der „Sirenen“ treten durch wechselnde Bild/Ton -Rhythmik sowie Stille- phasen in Dialog zum Soundarrangements des Baumstamms.
Die Installation schafft mit Hilfe bildhauerischer und audiovisueller Mittel eine stimmungsgeladene Raumatmosphäre.

 

 

die schwimmerin

FOTOGRAFIE | FOTOGRAFIE/ INKJETPRINT GERAHMT | 47 X 67,5 CM | OKTOBER 2012 |

 

 

 

 

 

 

der taucher

FOTOGRAFIE | FOTOGRAFIE/ INKJETPRINT GERAHMT | 47 X 67,5 CM | OKTOBER 2012 |

 

 

 

 

 

 

das pfeifen

FOTOGRAFIE | FOTOGRAFIE C – PRINT | LEUCHTKASTEN | 60 X 84,5 CM | OKTOBER 2012 |

 

 

 

 

 

 

Ich bin hier.
Ich war immer hier.
Halte mich am Rand,
unauffällig über dem Grund
treibe ich mit dem Schafott.
Das Glück erwürgt mich
mit Triumphbändern und Erfolgsfäden.
Ein Schnitt.
Ich tauche ab.
Die Wunde ist nicht deutbar,
der Grundton hingegen entgeht niemandem.
„Ist es eine andere Luft die hier geatmet wird?“

„Wahrscheinlich? Das leise Pfeifen deutet darauf hin.“
Frank Balve

das atmen

FOTOGRAFIE | FOTOGRAFIE C – PRINT | LEUCHTKASTEN | 60 X 84,5 CM | OKTOBER 2012 |

 

 

 

 

 

 

apartment ost | west

VIDEO |  VIDEOSTILLS |  HD VIDEO / SOUND – 13 MINUTEN |  OKTOBER 2012 |

 

Mit „Fragment“ greift Frank Balve erstmals das Thema der Erinnerung auf. Formal handelt es sich bei der begehbaren Installation um eine Neu-Konstruktion aus Teilen der zerstörten Re-Konstruktion eines Raumes, den Balve in Anlehnung an persönliche Erinnerungen geschaffen hatte. Die Fragmente wurden zu einer Folge von drei Räumen neu zusammen gesetzt, wobei ihre ursprüngliche Kohärenz verloren ging. Von Zimmer zu Zimmer verringert sich die Zahl der Koordinaten, gleich einer verblassenden Erinnerung, die zunehmend bruchstückhafter wird, bis sie sich schließlich auf wenige unzusammenhängende Bilder reduziert. Die Kombination von plastischen Elementen, bewegten Videobildern, Fotografien und verstörenden Klängen gleicht dabei dem multimedialen Charakter von Erinnerungen, die bildhafte Elemente, filmartige Szenen, Geräusche und vor allem Gefühle umfassen können. Eine Schlüsselfunktion kommt den Fotografien und Videos zu, die auf frühere Ereignisse in diesen Räumen verweisen. Sie zeigen einen weiblichen und einen männlichen Protagonisten in der noch intakten Kulisse. Die nur schemenhaft zu erkennenden Gestalten befinden sich in unklaren Situationen: Gespenstisch verzögert bewegt sich die Frau auf allen Vieren über den schmutzigen Boden, ein riesenhaft wirkender Mann scheint mit seinem Kopf in der Decke des düsteren Zimmers zu verschwinden. Die surrealen, alptraumhaften Bilder suggerieren düstere Assoziationen an individuelle Ängste und Gewaltszenarien. Obwohl der Betrachter versucht ist, zwischen ihnen eine kohärente Geschichte oder zumindest Zusammenhänge herzustellen, bleibt ihre Bedeutung letztlich rätselhaft. Das gilt auch für die im Raum verteilten Gegenstände, die wie zufällig zurück gelassen wirken. Flaschen, Kabel oder dreckiges Geschirr sind teilweise auch auf den Fotografien zu sehen. Wer mag diese Dinge benutzt haben, was hat sich hier abgespielt? Der Ort erscheint aufgeladen mit den Energien vergangener Ereignisse, die vom Betrachter nachempfunden oder imaginiert werden, vielleicht auch mit eigenen Erinnerungen verwoben. Ein beunruhigendes Gefühl stellt sich ein, eine Irritation, ähnlich den Nachwirkungen eines Alptraums. Der überzogen dargestellte Verfall und die identitätslosen Körper mit ihren verschwommenen Gesichtern verleihen der Arbeit zudem eine metaphorische Dimension: Das verwahrloste Abbruchhaus wird zum Sinnbild für die menschliche Psyche, für die unkontrollierbaren Prozesse unserer Erinnerung. SO

 

120

INSTALLATION (LICHT / VIDEO /RAUM / SOUND) | MALEREI / PAPIERPLASTIKEN / PAPIER / HOLZ / ACRYL / WANDFARBE / FLIESSEN / STOFF / BAROCKMÖBEL / TEPPICH / FENSTER
| MAI 2012  |

Frank Balves äußerst vielschichtiges Werk kreist um oft unbequeme Themen von gesellschaftlicher und ethischer Relevanz. In aufwändigen Rauminstallationen kombiniert er ungegenständliche Malerei, Videoinstallationen, Papierplastiken, Lyrik und Soundcollagen zu multimedialen Konzeptionen von musealem Ausmaß. Dabei bezieht er sich häufig auf Werke der klassischen Tafelmalerei oder Literatur und spielt souverän mit überkommenen Gattungsbegriffen.
Überwachung, Voyeurismus, Medienkonsum, institutionalisierte Gewalt: „120“ basiert auf dem Romanfragment „Die hundertzwanzig Tage von Sodom oder die Schule der Ausschweifung“ des Marquis de Sade (1785), das wegen der kühlen Schilderung sexueller Perversion zu den umstrittensten Werken der Weltliteratur gehört. Balve richtet sein Augenmerk hingegen auf die meist übersehene gesellschaftskritische Dimension des Textes, die die institutionalisierte Kontrolle und Disziplinierung der „Anderen“ durch die Machthaber anprangert.
Während der erste Ausstellungsraum als repräsentatives Barockinterieur mit den klassischen Bildkünsten Malerei und Plastik gestaltet ist, ruft ein abgedunkeltes und verkacheltes Hinterzimmer Assoziationen an ein Schlachthaus oder Gefängnis hervor. In den Ecken sind drei Videoprojektionen nackter, kauernder Körper mit schwarzen Kapuzen zu sehen – eine Pose, die im kollektiven Gedächtnis gespeicherte Bilder von Folteropfern aus Gefangenenlagern wachruft. Zu den Klängen eines dekonstruierten Chopin-PrÈlude entfalten die in extremer Zeitlupe wiedergegebenen lebensgroßen Körper-Projektionen eine verstörende und zugleich fesselnde Wirkung, die den Betrachter seinem reizüberfluteten Alltag entreißt und ihn zu meditativer Ruhe zwingt.

 

die menge

FOTOGRAFIE | WORKING CLASS | BILD 1 | 2,63 x 2 M | DEZEMBER 2011 |

Frank Balves fotografische Serie „Die Menge / Working Class“ spielt mit der klassischen Metapher zweier verschmelzender Körper, allerdings klingt das damit verbundene romantische Liebesbild hier nurmehr als überkommenes Ideal an. Die sepiaartig getönten Aufnahmen im Format 2,63 x 2,00 Meter zeigen vor dunklem Hintergrund jeweils zwei nackte Torsi, die sich in Haltung und Form gleichen. Auf den ersten Blick scheint es sich um Spiegelungen zu handeln, allerdings erweist sich dieser Eindruck als falsch. An manchen Stellen verschmelzen die Gestalten, ihre Grenzen fließen ineinander. An anderen Stellen verschwimmen die Konturen, der Körper wird zur abstrakten Form. Ebenso ungewiss ist auch das Geschlecht der Abgebildeten: Köpfe und Geschlechtsteile sind nicht sichtbar, die Haut ist bis in den Schambereich rasiert, bis auf wenige Ausnahmen sind die Formen androgyn. In technischer Hinsicht handelt es sich um Montagen von Körperteilen verschiedener Individuen, die am Computer collagiert und nachbearbeitet werden. Mit ihrem – aus der Unklarheit resultierenden – gespenstischen Charakter lassen die Bilder an Aufnahmen aus der Frühzeit des Mediums denken, etwa an spiritistische Fotografie oder frühe Röntgenbilder. Auch Assoziationen an den medizinischen Bereich kommen auf, an ausgemergelte Kranke oder siamesische Zwillinge. Die modischen Piercings und Tätowierungen lassen jedoch den Schluss zu, dass es sich um Menschen handelt, die einem gegenwärtigen Schönheitsideal zu entsprechen suchen. Sie erscheinen als Anhänger eines narzisstischen Körperkultes, der sowohl Geschlecht als auch Individualität negiert. SO

 

meta

INSTALLATION (VIDEO) | PLASTIK | VIDEO – 5 MINUTEN ENDLOSSCHLEIFE | NOVEMBER 2011 |

 

 

 

 

 

 

 

 

ring 1

VIDEO | INSTALLATION ERSTER GESANG |  HOLZSTEG ÜBER 30 MONITORE | OKTOBER 2011 |

In der, von Ihm eigens für  firstlines erarbeiteten, Rauminstallation „Erster Gesang“ bezieht sich der Künstler auf die Göttliche Komödie von Dante Alighieri. Zu diesem Hauptwerk des italienischen Dichters verfasste Frank Balve ein 15 x 2,8 Meter großes, aus 42 einzelnen Leinwänden bestehendes, Gemälde und eine audiovisuelle Installation, welche auf 15 Monitoren zu sehen ist, die es von den Besuchern zu überschreiten gilt.

Frank Balves Versuch alle 34 Gesänge Dantes in die 95 qm der Galerie unterzubringen erscheint zunächst gewagt, stellt sich nach intensiver Betrachtung aber als eine hervorragend, abstrakte Inszenierung des Literaturklassikers heraus. Durch eine intensive Farbsymbolik, starke Kontraste im Umgang mit den Räumen, spannungsreiche Durchblicke und dem Wechsel von Medien, Tempo und Duktus wird die Überfahrt auf dem Styx tatsächlich erlebar gemacht.

 

Damit ich dies und grössres Unheil  fliehe,
Dass du mich dorthin führest, wo du sagtest,
So dass des heil‘gen Petrus Tür ich sehe
Und jene, die du schilderst als so traurig. –
Dann ging er, und ich folgte seinen Schritten.
Dante, Göttliche Komödie, erster Gesang

 

inside out

 

VIDEOPERFORMANCE | VIDEO – 84 MINUTEN | OKTOBER 2011 |
Mit „INSIDEOUT“ präsentiert Frank Balve eine Arbeit die den Betrachter mit seinem eigenen Konsumverhalten und Voyeurismus konfrontiert. Hierzu wurde eine Glasbox im geschlossenen – sowie im öffentlichen Raum aufgestellt. Die in der Öffentlichkeit präsentierte Performance, wurde samt den Interaktionen der Menschen bzw. Darstellern genauer beleuchtet und aufgezeichnet.
Das gewonnene Material durchlebt eine Überlagerung und verschmilzt zu einer Lage. Durch die lasziv dargestellte Ästhetik des malerischen Videos wird der Film zum bewegten Bild mit einem lebenden Motiv. Dies ist eine Anlehnung an die Methoden und Mittel mit denen Werbung im urbanen Raum propagiert wird. Die Strukturen und Farben der Arbeit bedienen sich dabei einer gesellschaftlichen Symbolik.
Durch die Präsentation in der Ausstellungsbox wird der Wahrnehmungsprozess umgekehrt, reflektiert und in Frage gestellt. Die gesamte Arbeit befasst sich mit den Informationsverarbeitungsmechanismen der heutigen Gesellschaft. Dabei entsteht eine Fehlerquote, die man heutzutage in den Medien wiederfindet.

 

 

aschetaucher

ASCHETAUCHER |  INSTALLATION ROOM | VIDEO | JANUAR 2011 |

Vier drei Meter große Schaukästen und ein Gerüst aus Paletten um sie zu vernetzen. So sieht die Installation aus. Den Besucher erwartet die Dunkelheit im Saal und eine Soundcollage, die ihn mit Geräuschen und Tönen beschallt, die wie aus einer Unterwasserwelt klingen. Zwei Studenten, Frank Balve und Nico Kiese, nutzen die historische Aula als Ausstellungsraum und wollen damit ein Zeichen setzen: während des Akademiejahrs wird hier Kunst gemacht. Frank Balve findet es wichtig, dass Künstler, die gerade im Produktionsfluss sind, ihre Werke auch ausstellen können.
Ihr Projekt in der historischen Aula der Kunstakademie ist multimedial, in einem Schaukasten befindet sich die Originalkulisse zu Frank Balves Film „Aschetaucher“; die anderen enthalten Variationen des Films. Ein Kasten zeigt den Film auf 24 Fernsehern, jeder davon in seinem eigenen Rhythmus; bei Stillstand setzt sich das Bild zusammen. In einem anderen ist das Bild auf den Kopf gestellt, die Bewegungen sind verlangsamt, verschiedene Perspektiven sind übereinander gelegt. Im dritten Kasten sind nur Schatten oder Umrisse zu sehen.
Der Film zeigt nackte Personen, die sich in einem Raum bewegen. Die Kulisse enthält ein Sammelsurium von alten Objekten: eine Wolkensammlung in bauchigen Gläsern, ein Fundus künstlicher Wimpern und Fingernägel hinter Glas, und ein von den Studenten selbstgebauter Schrank mit eingearbeiteten Bildschirmen sind hier zu sehen. Jedes Detail hat seine eigene Geschichte. Für die unbekleideten Statisten, war der Dreh sicher kein Zuckerschlecken. Die Situation sollte in ihnen ja auch ein bestimmtes Gefühl erzeugen. Frank Balve beschreibt den Ablauf der Aufnahmen:“Die Leute wurden da so zwei, drei Stunden lang mit Sound und mit Licht beschossen und hatten so fünf, sechs Eckpositionen, die sie machen sollten und dazwischen konnten sie frei agieren.“
Sie sind gefangen; in ihrer Nacktheit und Reinheit der Situation ausgeliefert, müssen sie sich den Gegebenheiten aussetzen. Mensch und Raum treffen hier aufeinander, der Künstler spielt mit Wahrnehmung und Perspektive. Das Auge des Betrachters versucht zu reparieren, was sich ihm nicht sofort erschließt.

 

 

ROOM
Nach Farben Graben?

Was willst du Grund?

Seit Tagen Verirrt, folglich tiefer als das Tier

Die Kleider Leichen schwimmen wie Asche Taucher

Tun Steine bleichen, stimmen sie „Flucht der Maurer“

Die Menge schwärmt von Alten Gaben

Druckt Lösungen auf milchig Fahnen

unwiderstehlich drum gehalten mit dem Mund

reisst nun der süsse Rost all spröde Lippen wund

Verhüllt und präsentiert sie

Zerknüllt und collagiert wie

Schmiegsam und geglättet

In Buchstaben eingebettet

Geflickter Wahn bedeutungsschwer getarnt

Jauchzend zersplisst die Herde

Schweiss bricht auf Lässt aufleuchten

nun tobt sie ruhig „denn Tod wurde erahnt“

 

lemniskate

INSTALLATION (VIDEO- UND SOUND) | VIDEO – 106 MINUTEN | HOLZ / GLAS /FERNSEHER / LEICHENSÄCKE | JANUAR 2011 |

 

 

 

 

 

 

 

lustitia’s tanz

FOTOGRAFIE | A4 FORMATE | DEZEMBER 2010 |

 

 

 

 

 

 

 

 

„Ich muss noch Wolken verkaufen“,
sagte er,
während triumphierende Nelken in seinem Fußabdruck wuchsen.
„Willst du noch länger im kantigen Fels nach Farben graben?“,
fragte sie.
„Ja, denn sie sind zum Bersten schön, doch verlogen bis in die Spitzen!“
Feines Haar schwingt von der Erschütterung halb verlorener Kulissen.
Fassade tot und kalt,
erstarrt im Bruch der Zeit,
Fenster bescheiden dicht im Schattenschleier,
seidig schimmernd, offen und hell.
Gläsernes Ohr, doch keine Fährte,
perlende Schau, hinab in die Tiefe,
chronisch pulsierend an jenen Rohren entlang,
deren metallischer Klang der Klage entsprang.
„Ich wiege den Schlaf in der Welt, die ich kenne“,
presste er mit leisem Pfeifen durch seine verschlossenen Lippen.
„Es ist als hätten wir es schon hinter uns“,
schallte es unbeeindruckt von ihr zurück.
Heer starrer Augen, grau persifliert,
erfrorener Schauer schießt matt und schwach,
Verachtung,
Zeugnis wilder Wimpern, die Stein in Bewegung setzen
und dessen Bild erstarren lassen.
Zu schroffen Spitzen, die lispelnd bitten,
Lippen zu Ritzen aus feuchten Quitten.
„Das Glück erfolgt nicht durch dessen Tod,
sondern durch die Zerstückelung seiner Momente“,
hob er sie lächelnd an.
„So wie Menschen es tun, flugstürme ich mein Umfeld,
so wie ich es fühle!“,
erkniet sie wieder.
„Doch was ist nun ihr Preis?“ –
Zerfilzter Mund um Kakteen Dreck,
glühend gesund trotz flüssigem Zweck,
nun salzig entflammt mit vergorener Frucht
treibt es den Sand durch die Tränen der Sucht.
Die Poren gequollen der klagenden Schwestern
spürt Staubzunge sie laufen, loben und lästern.

Frank Balve

 

ohne titel

FOTOGRAFIE | 4 MAL JE 100 X 70 CM | 2 MAL JE 66 X 100 CM |  NOVEMBER 2010 |

 

 

 

 

 

 

 

im kantigen fels nach farben graben

INSTALLATION (RAUM / SOUND / VIDEO ) |  HOLZ / FERNSEHER | VIDEO – 68 MINUTEN | KELLERINSTALLATION FÜR VIDEO | HOLZKASTEN IM SCHAUFENSTER | OKTOBER 2010 |

 

 

 

 

 

 

 

drunk

INSTALLATION (RAUM / SOUND / VIDEO ) | HOLZ / METALL / FERNSEHER | VIDEOWAND (8,00 X 4,50 M) |  SCHIFFSWRAK (6,00 X 2,50 M)  |  JULI 2010 |

Die raumgreifende Installation mit dem Titel „Drunk“, verbindet Medienkunst mit Bildhauerei, Musik und Lyrik. Eine der Inspirationsquellen für die Arbeit ist Arthur Rimbauds Gedicht „Das trunkene Schiff“. Aus dem Gedicht Rimbauds wurde ein neuer Text geschaffen, der den Gesamteindruck verstärkt und gedanklich die einzelnen Komponenten der Installation noch enger miteinander verstrickt.
Auf einer Bildschirmwand, bestehend aus 125 Fernsehgeräten, werden 60 aufwendig gefertigte Videos gezeigt. Die Bildschirme und DVD-Player stehen in einem verblendeten Industrieschwerlastregal. Dem gegenüber steht ein in zwei Teile gebrochenes Schiffswrack. Die Multiscreenwand, die den Raum wie ein riesiges, flimmerndes und blitzendes Monument dominiert, veranschaulicht die Masse und Komplexität aus Informationen die tagtäglich auf die Menschen einwirken.
Für die Filme wurde aus Internet, Fernsehen, Handyvideos, Spam-Mails und weiteren offenen Quellen Material ausgewählt und auf unterschiedliche Weise aufwendig bearbeitet. Die enge persönliche Auseinandersetzung mit der Thematik spiegelt sich in der Art der Ästhetik, Schnitte und händischen Einzelbildbearbeitungen wieder.
Ein weiteres Element des Werkes ist eine 60 Minuten dauernde Soundinstallation.
Die Musik ist eine Eigenkomposition aus überarbeiteten Störgeräuschen, welche die elektronische Komponente widerspiegeln. Auf diese Geräuschkulisse trifft ein klassisches Arrangement (Klavier und Streichinstrumente), das die Lyrik des Gedichtes noch einmal aufgreift, so dass der Zusammenhang von Bildschirmwand und dem gegenüberliegenden Schiffswrack illustriert wird.
Das selbstgefertigte, weisse Wrack liegt als Ruhepol im Schein der bunten Fernsehwand.
Wie eingefroren vermittelt es den Gedanken des gescheiterten Versuchs auf der Welle der Informationsflut zu bestehen. Mit seiner Zeitlosigkeit, im scheinbaren Stillstand bildet es ein Gegengewicht zum immer weiterlaufenden Informationsfluss.
Bei Text, Videos und Sound gibt es eine ähnliche Arbeitsweise. Das Ausgangsmaterial wird jeweils verändert, verfremdet, zerschnitten und zusammengesetzt, um so gezielt in eine neue Form zu er- langen.

 

 

lightcatcher

INSTALLATION (VIDEO) | TRIPTYCHON | 3 KURZE VIDEOS IN ENDLOSSCHLEIFE | APRIL 2010 |

 

 

 

 

 

 

midas stürmt paktolos – fenster zur Welt (tag / nacht)

DIGITALE MALEREI (PLOT) | 2,24 X 1,26 M | MÄRZ 2010 |

 

 

 

 

 

 

 

 

 

48 / 24

VIDEO – PERFORMANCE | 48 STUNDEN ZEITBESCHLEUNIGT | FEBRUAR 2010 |

 

 

 

 

 

 

map net

DIGITALE FOTOMALEREI (PLOT) | JANUAR 2010 |