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Ohne Titel (Wind)

In Menschenleer steht ein Objekt im Zentrum, das den Titel Gerippe (Boot) trägt und die Form eines hölzernen Rettungsbootes aus dem frühen 20. Jahrhundert zitiert. Die Querbalken der Bänke sind derart eng aneinander angebracht, dass niemand mehr auf ihnen Platz nehmen kann. Sie formieren sich zu einem sauberen Raster, das hier und da Schlitze preisgibt.

Der Bug weist in Richtung Wand. Hier hängen 18 mit Papierzellstoff bearbeitete Leinwände „Ohne Titel (Wind)“. Ihre symmetrische Anordnung erzeugt eine fiebernde Spannung mit dem Boot. Wo eigentlich ein romantisierender Hoffnungsschimmer oder eine Klärung der Lage am Horizont zu erwarten wären, ergießt sich bis auf einige Strukturen absolute Leere über den Leinwänden. Die weißen Bilder üben eine ruhige, tröstliche Faszination aus und haben die Vergegenwärtigung des Scheiterns von Caspar David Friedrichs Eismeer hinter sich gelassen.

Untermalt wird die Szenerie von einem Rauschen, dessen Quelle die Videoinstallation Ring 3 ist. Im Dauerloop wird eine schaumige und fast schon schleimig anmutende Gischt an Wellenkämmen präsentiert, die gefräßig den Strand umspülen. Durch den veränderten Klang des Meeres erhält das Naturschauspiel einen irritierenden Beigeschmack, da die Einheit von Gesehenem und Gehörtem gesprengt wird.