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Kabine 2

Frank Balves „Kabine“ ist eigentlich ein Haus im Haus, das mit seinen einfachen Grundformen
an eine Kapelle oder ein Spielhaus erinnert. Im Inneren des schwarz verputzen Hauses, das sich in einem abgedunkelten Raum befindet, wird eine rätselhafte Szenerie von stroboskopartigem Licht erhellt: Unter einem Bett quellen Unmengen von Altkleidern hervor, die aus Nachlässen Verstorbener stammen. Zu Streifen zerschnitten, die dem Maß der schmalen Eingangstür entsprechen, bilden die Kleider auch die Basis der sieben Papierplastiken, die als „Kleiderleichen“ den schmalen Umraum des Hauses bevölkern. Der Betrachter wird nicht nur zu einer polysensuellen Raumerfahrung und aktiven Beteiligung an der Sinnstiftung animiert, sondern auch selbst zu einem performativen Element der Installation, wenn er beim Blick durch die Fensterscheiben den Blicken anderer Besucher hinter den gegenüberliegenden Scheiben begegnet.