Werke

Menschenleer

GERIPPE (HOLZ / ACRYL / ASCHEPIGMENT | 113 x 660 x 233 CM)
RING 3 (VIDEO | 14 MIN. LOOP | HOLZBOX 97 x 59 x 17 CM | 2016)
OHNE TITEL (PAPIERZELLSTOFF AUF LEINWAND | 80 x 100 CM | 2016)

In Menschenleer steht ein Objekt im Zentrum, das den Titel Gerippe (Boot) trägt und die Form eines hölzernen Rettungsbootes aus dem frühen 20. Jahrhundert zitiert. Die klaren Konturen werden durch das „Chaos“ des glänzend weißen Fliesenmosaiks gebrochen – ein Material, das einen festen Platz in Balves Œuvre hat. Die Querbalken der Bänke sind derart eng aneinander angebracht, dass niemand mehr auf ihnen Platz nehmen kann. Sie formieren sich zu einem sauberen Raster, das hier und da Schlitze preisgibt.

Der Bug weist in Richtung Wand. Hier hängen 18 weiße Leinwände Ohne Titel (Wind). Ihre symmetrische Anordnung erzeugt eine fiebernde Spannung mit dem willkürlich angebrachten Fliesenmosaik des „Bootes“. Wo eigentlich ein romantisierender Hoffnungsschimmer oder eine Klärung der Lage am Horizont zu erwarten wären, ergießt sich bis auf einige Strukturen absolute Leere über den Leinwänden. Die weißen Bilder üben eine ruhige, tröstliche Faszination aus und haben die Vergegenwärtigung des Scheiterns von Caspar David Friedrichs Eismeer hinter sich gelassen.

Untermalt wird die Szenerie von einem Rauschen, dessen Quelle die Videoinstallation Ring 3 ist. Im Dauerloop wird eine schaumige und fast schon schleimig anmutende Gischt an Wellenkämmen präsentiert, die gefräßig den Strand umspülen. Durch den veränderten Klang des Meeres erhält das Naturschauspiel einen irritierenden Beigeschmack, da die Einheit von Gesehenem und Gehörtem gesprengt wird.

Extraktion

2015

Timber la Ruine

AUGUST 2010 | JULI 2014

Box

DEZEMBER 2013

Cluster

INSTALLATION (RAUM / SOUND) | OKTOBER 2013

Die Installation besteht aus 63 begehbare, architektonischen Konstruktionen, die an Räume erinnern und nach oben offen sind. Alle Elemente sind weiß angestrichen. Ein breites Brett symbolisiert einen Tisch und ein etwas schmaleres, eine Bank, die zum sitzen einlädt. Nur ein winziges, auf den Tisch gerichtetes Spotlicht, erhellt den Raum. Die Kabinen erinnern, nicht nur wegen ihrer spärlichen Ausstattung, sondern auch auf Grund ihrer Anordnung, an Zellen: In mehreren, langen Reihen gliedern sie sich uniform aneinander. Nichts unterscheidet sie; nur die türartigen Öffnungen weisen in verschiedene Richtungen: Mal liegen sie sich gegenüber, mal zeigen sie in die eine, mal in die andere Richtung. Balve nutzt den Kontrast zwischen der strengen, einfachen Konstruktion der Zellen und der historischen Architektur der Galerie, und kreiert auch damit eine besondere Spannung.

Kabine 2

INSTALLATION (RAUM / SOUND) | PAPIERZELLSTOFF / HOLZ / KLEIDUNG (STOFFE) / LAMPEN / FLAMMENRUSS | HAUS 2,5 x 6 M | JULI 2013

Park

INSTALLATION (RAUM / SOUND) | 480 M2 | APRIL 2013

120

INSTALLATION (LICHT / VIDEO /RAUM / SOUND)
MALEREI / PAPIERPLASTIKEN / PAPIER / HOLZ / ACRYL / WANDFARBE / FLIESSEN / STOFF / BAROCKMÖBEL / TEPPICH / FENSTER

MAI 2012

Frank Balves äußerst vielschichtiges Werk kreist um oft unbequeme Themen von gesellschaftlicher und ethischer Relevanz. In aufwändigen Rauminstallationen kombiniert er ungegenständliche Malerei, Videoinstallationen, Papierplastiken, Lyrik und Soundcollagen zu multimedialen Konzeptionen von musealem Ausmaß. Dabei bezieht er sich häufig auf Werke der klassischen Tafelmalerei oder Literatur und spielt souverän mit überkommenen Gattungsbegriffen.
Überwachung, Voyeurismus, Medienkonsum, institutionalisierte Gewalt: „120“ basiert auf dem Romanfragment „Die hundertzwanzig Tage von Sodom oder die Schule der Ausschweifung“ des Marquis de Sade (1785), das wegen der kühlen Schilderung sexueller Perversion zu den umstrittensten Werken der Weltliteratur gehört. Balve richtet sein Augenmerk hingegen auf die meist übersehene gesellschaftskritische Dimension des Textes, die die institutionalisierte Kontrolle und Disziplinierung der „Anderen“ durch die Machthaber anprangert.
Während der erste Ausstellungsraum als repräsentatives Barockinterieur mit den klassischen Bildkünsten Malerei und Plastik gestaltet ist, ruft ein abgedunkeltes und verkacheltes Hinterzimmer Assoziationen an ein Schlachthaus oder Gefängnis hervor. In den Ecken sind drei Videoprojektionen nackter, kauernder Körper mit schwarzen Kapuzen zu sehen – eine Pose, die im kollektiven Gedächtnis gespeicherte Bilder von Folteropfern aus Gefangenenlagern wachruft. Zu den Klängen eines dekonstruierten Chopin-PrÈlude entfalten die in extremer Zeitlupe wiedergegebenen lebensgroßen Körper-Projektionen eine verstörende und zugleich fesselnde Wirkung, die den Betrachter seinem reizüberfluteten Alltag entreißt und ihn zu meditativer Ruhe zwingt.

Kabine 1

PLASTIK – RAUMINSTALLATION (HOLZ / KERAMIK / WANDFARBE / METALL) | NOVEMBER/DEZEMBER 2011


Die Seraphim gehören zu einer Engelsgattung mit sechs Flügeln, sechs Händen und sechs Füßen. Sie sind diejenigen die dem Thron Gottes am nächsten stehen. Sie werden in den alten Schriften teilweise als Schlangen, aber auch als körperlose-, geschlechtslose- und identitätslose Wesen, dargestellt. Ihre androgyne Körperlosigkeit wird häufig in Form eines Körpers dargestellt, der sich komplett aus Flügelmodulen zusammensetzt. Die Seraphim treten ausschließlich in Gruppen auf und kennzeichnen sich durch ihre wiederholenden Gesänge.

Die Rauminstallation setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Einerseits, mit einem in den Raum eingreifenden Konstrukt, der diesen teilt und aufbrechen soll. Auf der anderen Seite, aus Kleinplastiken, die sich in diesem Konstrukt platzieren.
Außerdem wird die Installation durch eine Licht-/ Videoprojektion und eine repetitive Audiokomponente ergänzt. Das Konstrukt hat ca. die Maße 13 x 4 Meter und stellt einen surrealistischen „Kachelpanzertunnel“ da. Es ist zwischen den zwei Glasfronten, wie in einem Gehege, gefangen und distanziert sich durch Farbstruktur und Form auf penetrante Art von dem Raum und dem angrenzenden Untergeschoss des Maximillianforums wie ein Parasit von seinem Umfeld.

Die Entstehung wird auf eine organische Art und Weise passieren.
Die Auswahl der Kachel, als einheitliches Modul, soll die Parallele als Gegenstück zu der vermeintlichen Reinheit der Seraphim darstellen, die sich höher als jedes andere Wesen, in einer einheitlichen Gruppe befinden. Vom höchsten Punkt entrissen, unter die Erde gezogen und beschmutzt, wird so das Modul zum Gegenstück der Seraphim. Die Plastiken sind Personifikationen zu den typischen Stereotypen die uns täglich umgeben. Dieses Spektrum deckt u.a. die verschiedenen Charakteristiken ab, die von gut bis böse, hoffend bis verzweifelt, stark bis verletzlich, orientiert bis verloren, gesund bis krank oder zielstrebig bis bis verzweifelt reichen. Die Darstellung der verschiedenen Identitäten wird wiederum durch dessen Materialität aufgebrochen (Zum Beispiel: Etwas organisches wird leblos; etwas stabiles wird fragil; etwas großes wird klein; etwas dezentes wird aufdringlich). Ikonografie und Traumdeutung spielen dabei in der Symbol- und Motivauswahl dieser Plastiken eine erhebliche Rolle. Die Videos bzw. Projektionen arbeiten mit abstrakten Bildmotiven und erzeugen durch bestimmte Farbspektren die gezielte unterschwellige psychologische Manipulation auf die Stimmung des Betrachters. Die Audioinstallation besteht aus einer monotonen Repetition die im Kontext zu den entstehenden modulierten Plastiken abstrahiert wird und bezieht sich zusätzlich auf den ebenso repetativen Gesang der Seraphim.
Die Installation leitet den Beobachter dazu, den Gegenpol zu seiner eigenen Position zu überdenken, zu reflektieren und seinen Standpunkt zu ändern, um dadurch verschobene Perspektiven gerade zu rücken. Dabei werden durch die Verdrehung und Verwinkelung der Tatsachen die konstanten Fragen hervorgerufen: „Was ist Real? Und warum? Wer bin ich und wo situier ich mich in diesem urbanen Umfeld?“

Sirene

INSTALLATION (RAUM / SOUND / VIDEO ) | MARKUSKIRCHE MÜNCHEN | JUNI 2011


Die Rauminstallation von Frank Balve und Nico Kiese widmet sich dem weit gefächerten Thema der Werbung, die sowohl der gezielten, als auch der indirekten Beeinflussung des Menschen zu meist kommerziellen Zwecken dient.
Die beiden Künstler schaffen in den Räumen der Münchner Markuskirche eine Installation die Aspekte gängiger Werbemechanismen aufgreift und den Kirchenraum in ein anderes Licht taucht. Mit den offensichtlichen Gegensätzen des Kirchenraumes und durch emotionale, sowie informierende, Botschaften spricht Werbung bewusste und unbewusste Bedürfnisse an oder erzeugt Neue.
Das wichtigste Element der Werbung ist in der Regel nicht die Information, die immer mehr in
den Hintergrund rückt oder sogar gänzlich entfällt, sondern Suggestion. Sie umgeht möglichst die bewusste Wahrnehmungsebene und spricht direkt die Unbewusste an.
Menschen treffen über 70% ihrer Entscheidungen nicht rational, sondern – auf Emotionen beruhend – unbewusst. Daher macht sich Werbung Assoziationen, Triebe, Wünsche, Schwächen und Ängste, die im Unterbewusstsein der Menschen schlummern, zunutze.

Das Ergebnis ist eine unablässige Bombardierung durch Werbung und Marketing, die wohl das größte psychologische Einzelprojekt darstellt, das je unternommen wurde.

Abteilung 2

JULI 2011

Abteilung 1

JUNI 2011

Lemniskate

VIDEO- UND SOUNDINSTALLATION (HOLZ / GLAS /FERNSEHER / LEICHENSÄCKE) | JANUAR 2011

Bei der Arbeit handelt es sich um eine raumgreifende Medieninstallation, die sich aus zwei skulpturalen Elementen zusammensetzt:
Eine von beiden ist eine frei schwebende Walze, die aus 30 gleich großen Fernsehern besteht. Diese sind kreistförmig in drei Spalten angeordnet (einarmiger Bandit). Zu sehen sind, sich in Rotation befindliche Glückspielsymbole (Zitrone, Melone, die Zahl 7, etc.) und Licht staccato Passagen. Das Rad hat die Maße von 2 x 2 Meter.
Das zweite Element ist eine, sich in einer der Ecken, auf dem Boden befindende Puppe. Diese ist farblich an das Rad angepasst. Die Maße der Puppe sind 1,80 x 0,60 Meter. Die Skulpturen bzw. Plastiken werden durch eine Soundinstallation unterstützt. Diese Soundcollage setzt sich aus Spielbetriebklängen zusammen, diese stammen aus Casinos. Das Thema der Spielhölle ist der Ausgangspunkt für die Soundinstallation. Das Thema der Klassenausstellung sind die Indianer Nordamerikas. Frank Balve befasste sich mit dem Aspekt des Glückspiels und dessen folgen auf Betreiber und Besucher (Sucht). Ein anderes Thema ist auch die Verblendung der Gesellschaft und Ablenkung von historischen Fakten.

Frank Balve

Room

JANUAR 2011

Im kantigen Fels

OKTOBER 2010

Drunk

JULI 2010